*

Wiedehopf | Bild: Flickr / Autor: Francesco Veronesi / Unter CC 2.0 Lizenz – unverändert

Auch wenn viele Menschen den Wiedehopf von Namen her kennen, wirklich zu Gesicht bekommen haben ihn wahrscheinlich die Wenigsten. Dies hängt natürlich in erster Linie damit zusammen, dass der Wiedehopf zu unseren seltenen Vögeln gehört. Nur ca.600 Brutpaare leben in Deutschland. Und auch dort wo er vorkommt, gehört der Wiedehopf zu den eher heimlich lebenden Vögeln.

Steckbrief Wiedehopf

Aussehen

Nur wenige Vögel besitzen einen so hohen Bekanntheitsgrad in der Bevölkerung wie der Wiedehopf. In Märchen, Sagen und Geschichten wird er häufig erwähnt. Seine größte Bekanntheit hat er aber durch seine Eigenschaft erreicht, ein stinkendes Sekret auf Angreifer zu spritzen: „Du stinkst wie ein Wiedehopf“ ist eine geflügelte Redewendung, die vielen unter uns geläufig ist.

Der Wiedehopf gehört zu den farbenprächtigsten Vögeln und ist durch seine tolle Färbung ein echter Hingucker. Mit einer Körperlänge von 25cm ist er nicht wesentlich größer als eine Amsel. Wirkt aber kräftiger und größer, was sicher auch mit seinem vier bis fünf Zentimeter langen Schnabel zusammenhängt. Besonders auffällig sind seine schwarz – weiß – gebänderten Flügel. Schwarz ist auch sein Schwanz, von dem sich eine deutlich sichtbare weiße Binde abhebt. Der Körper ist rostbraunrot.

Eines der wesentlichen Erkennungsmerkmale ist aber die rostrote Federhaube, die am Ende schwarz – weiß ausläuft. Diese ist um die sechs Zentimeter lang. Aufgerichtet wird sie aber gar nicht so häufig. Durch ihren gaukelnden, unregelmäßigen Flug ähneln Wiedehopfe einem riesigen Schmetterling.

In der Balzzeit erklingt weithin hörbar der typische Ruf des Wiedehopfes, der ihm auch seinen wissenschaftlichen Namen gab: „u-pu-pup“ – Upupa epops. Der Ruf wird vom Männchen von Singwarten vorgetragen. Als Warnruf wird von beiden Geschlechtern ein „äääärrr“ ausgestoßen.

Nahrung

Wiedehopf am Boden nach Futter suchend
Wiedehopf am Boden nach Futter suchend

Der Wiedehopf ernährt sich fast ausschließlich von Insekten. Dabei bevorzugt er die ganz dicken Brocken: Feldgrillen, Maulwurfsgrillen, Engerlinge. Raupen und Käfer. Regenwürmer, Spinnen und Asseln verschmäht der Wiedehopf genau so wenig wie Eidechsen und andere Kleintiere.

Der Wiedehopf sucht hauptsächlich am Boden nach Nahrung. Für die Nahrungsaufnahme ist es für den Wiedehopf besonders wichtig, dass die Vegetation (Gras etc.) niedrig und lückig ist. Denn nur so erreicht er seine Nahrung ohne Probleme. Wächst ihm das Gras über den Kopf (größer 10cm), dann meidet er diese Fläche.

Mit seinem langen Schnabel stochert im Boden. Um das Beutetier aus dem Boden zu bekommen, stemmt er sich mit seinen Füßen vom Boden ab oder dreht sich mehrfach um die eigene Achse. Dadurch vergrößert er trichterförmig die Einstichstelle. Steine schiebt der Wiedehopf auch schon mal zur Seite, wenn er darunter einen fetten Brocken vermutet oder ertastet hat.

 

Brutbiologie

Wiedehopfe sind bekannt dafür, bei der Wahl ihres Brutplatzes nicht allzu wählerisch zu sein: Steinhaufen, Trockenmauern, Baumhöhlen, Holzstapel. Hauptsache es ist eine Höhle. Selbst vor Erdhöhlen macht der Wiedehopf nicht halt. Die Höhlen liegen von Bodennähe bis in eine Höhe von fünf Metern über den Boden.

Bei uns findet meist nur eine Brut statt. Gelegt werden zwischen 5 und 7 Eier.  Die Brutdauer beträgt ca. 16 Tage. Brüten tut das Weibchen. Das Männchen versorgt das Weibchen während der gesamten Brutzeit mit Nahrung. Und auch in den ersten Tagen der Nestlingszeit, die weitere 30 Tage dauert, übernimmt das Männchen die Futterbeschaffung.

Wiedehopf füttert Jungvogel
Wiedehopf füttert Jungvogel

Lebensraum  | Habitat

Viehweiden mit Gehölzen, abwechslungsreiche dörfliche Strukturen mit Streuobstwiesen, kleinen Feldern, gemähten Grünflächen, Pferde – und Schafkoppeln, Standweiden. Weinberge und Obstgärten. Eben die typische Kulturlandschaft! Aber auch an Waldrändern, Olivenhainen, lichten Wäldern.

Auf Truppenübungsplätzen und an Rändern von Tagebauen konnten sich Wiedehopfe erfolgreich ansiedeln. Dies sind vor allem in Brandenburg bevorzugte Lebensräume. Durch das Ausbringen von geeigneter Bruthöhlen konnten die Bestände sich hier erholen.

Bestand

Nicht nur aus Märchen war den Menschen der Wiedehopf vor hundert Jahren noch wohlbekannt. Was einfach damit zusammenhing, dass er eben viel häufiger als Heute war! Bäuerliche Viehhaltung, Huteflächen und Streuobstwiesen gehörten wie selbstverständlich zum Landschaftsbild. Bruthöhlen und Futter zu finden war für den Wiedehopf kein Problem.

Wie viele andere Vogelarten auch, begann der Bestandeinbruch mit der Intensivierung der Landwirtschaft, der Verwendung von Pestiziden und der Aufgabe von jahrhundertealten  Landnutzungsformen. Die Vernichtung von alten, höhlenreichen Bäumen, Obstbäumen und Kopfweiden, aber auch die Beräumung von Steinhaufen und der Abriss alter Gebäude haben zum Rückgang beigetragen, da die Wiedehopfe kaum noch Bruthöhlen auffinden konnten.

Diese Faktoren führten in Mitteleuropa zum fast völligen Verschwinden des Wiedehopfes. Und führt auch bei den (noch) riesigen Populationen in Spanien und Portugal inzwischen zu besorgniserregenden Bestandseinbrüchen.

Aber auch das Klima spielte dem Wiedehopf übel mit: eine Reihe kalter, verregneter Sommer ließen keinen Bruterfolg mehr zu. Ob der Wiedehopf zum Gewinner der Klimaerwärmung gehört. Keine Ahnung! Jedenfalls ist es töricht, solche Hoffnungen zu hegen! Die Bestände in Deutschland steigen wieder. Was aber hauptsächlich mit Engagement im Vogelschutz zusammenhängt.

In Europa gehen Vogelschützer davon aus, dass zwischen 900.000 und 1,7 Millionen Brutpaare leben. Sehr verbreitet ist der Wiedehopf in Spanien mit 600.000 bis 700.000 Brutpaaren. Für Russland schwanken die Zahlen zwischen 70.000 bis 200.000 Brutpaare.

  • Deutschland – 380 bis 460 Brutpaare
  • Österreich – 400 bis 600 BP
  • Schweiz – ca. 180 BP
  • Ungarn – 10.000 bis 17.000 BP
  • Polen – 10.000 bis 15.000 BP
  • Niederlande, Belgien, Luxemburg – ausgestorben

Vogelschutz – Projekte für den Wiedehopf

Wiedehopfnistkasten. Beachte das Einflugloch!
Wiedehopfnistkasten. Beachte das Einflugloch!

Der Wiedehopf kann durch die Schaffung geeigneter Bruthöhlen in Tagebaulandschaften und Truppenübungsplätzen erfolgreich unter die Schwingen gegriffen werden. Er profitiert von Beweidungsprojekten mit halbwilden Weidetieren, die vielerorts ins Leben gerufen wurden, um Offenland zu erhalten. Kleinbäuerliche Landwirtschaft, ökologischer Weinbau, die Pflege von Streuobstwiesen und extensive Tierhaltung sind wichtige Bestandteile erfolgreicher Lebensraumverbesserungen. Diese sollten dort, wo Wiedehopfe vorkommen gezielt gefördert werden.

Großtrappe